Pflegenotstand: Das sind die To Dos der kommenden Jahre.

Geposted von [email protected] / 27. März 2015 / , / 0 Kommentare

Vom 12. bis 14. März fand der Deutsche Pflegetag in Berlin statt. Das wichtigste Thema war der drohende Pflegenotstand. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Pflegebedürftigen erheblichen steigen

Der Pflegenotstand ist abzusehen

Heute gibt es in Deutschland etwa 2,6 Millionen pflegebedürftige Menschen. Davon wird etwa ein Drittel zu Hause gepflegt. Bis zum Jahr 20130 soll die Zahl an Pflegebedürftigen auf etwa 3,4 Millionen ansteigen. Dann werden laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung in den deutschen Pflegeheimen etwa 2,5 Millionen Pflegkräfte fehlen. Aufgrund des demographischen Wandels und den vielen Single-Haushalten wird auch die häusliche Pflege an Gewicht verlieren. Aber wer pflegt die Menschen, wenn das Personal fehlt? Das war eine der wichtigsten Fragen des Deutschen Pflegetages, auf dem man auch an die Politik appellierte.

Der Pflegeberuf muss wieder attraktiv werden

Etwa 3000 Experten diskutierten die Folgen des Pflegenotstandes und die Aufgaben, die in den nächsten Jahren bewältigt werden müssen. Dazu gehört die Aufwertung der verschiedenen Pflegeberufe. Ein flächendeckender Tarif könnte die teils prekären Arbeitsbedingungen und Vergütungen zur Vergangenheit machen. Außerdem sollte es eine einheitliche Ausbildung für professionelle Pflegekräfte geben, die diese dazu befähigt in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder auch der ambulante Pflege zu arbeiten. Der Pflegeberuf wird zunehmend flexibler, das Arbeitsumfeld vielseitiger. Mit der Aufwertung des Berufes sollen junge Menschen für eine Ausbildung motiviert werden – was mit einem Blick auf die Zahlen auch nötig ist. In den vergangenen Jahren wurden mehr als 50.000 Pflegestellen in deutschen Krankenhäusern abgebaut – jetzt müssen diese Stellen mit Blick auf den drohenden Pflegenotstand wieder aufgebaut werden. Den Verantwortlichen des Deutschen Pflegetages wäre auch die Einrichtung von bundesweiten Pflegekammern wichtig, um die vielen Berufstätigen der Branche ein Sprachrohr zu geben.

Häusliche Pflege und pflegende Familienangehörige stärken

In den kommenden Jahren wird es aber auch eine Aufgabe sein die häusliche Pflege zu verbessern, denn die professionellen Pflegeeinrichtungen können den Pflegenotstand nicht allein aufhalten. Deshalb sollen Familienangehörige von pflegebedürftigen Menschen mit speziellen Angeboten von Krankenkassen und den Kommunen gezielt unterstützt werden. Wie sich dieses Ziel konkret umsetzen lassen soll, bleibt abzuwarten.

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